Herzlich Willkommen,

hier finden Sie Informationen zum Wiederaufbau der Glockentürme in Ellrich
durch den Förderverein „Wiederaufbau Glockenturm St. Johannis in Ellrich“ e. V..

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Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an, falls Sie Mitglied im Verein werden möchten. Wir freuen uns über jede Unterstützung!

E.Mail:     info(at)johanniskirche-ellrich.de

 

Ein Rückblick auf 2018

Ja, ein arbeitsreiches Jahr war 2018 schon für den Glockenturmverein, aber auch ein Jahr mit vielen Höhepunkten. Das ging schon richtig gut los: Im Februar beschloss der Stadtrat Ellrich einstimmig, den Verein beim Wiederaufbau des Glockenturmes von St. Johannis zu unterstützen, ein wichtiges Signal für die weitere Arbeit, für das wir uns auch hier nochmals bedanken.

Im April referierte der ehemalige Kirchenbauamtsleiter der Kirchenprovinz Sachsen, Michael Sußmann, auf Einladung des Glockenturmvereins über die Hintergründe der Abrisspläne für die St. Johanniskirche zu DDR-Zeiten. Als Zeitzeuge konnte er dabei aus erster Hand berichten und die damaligen Vorgänge belegen. Betriebliche Unterlagen der an den Abrissarbeiten beteiligten Firmen konnte der Verein übrigens aus dem Internet erwerben, um sie einer historischen Aufarbeitung zur Verfügung zu stellen.

Auf Einladung unseres Vereins und mit Unterstützung durch Karl-Heinz Kindervater besuchte der Ministerpräsident des Landes Thüringen, Bodo Ramelow, im Mai die Kirche, um sich über den Stand der Turmbauarbeiten zu informieren. Nach einer Führung durch das Gebäude und der Erläuterung der vorgelegten Zielplanung durch den Architekten Peter Tandler sagte er seine Unterstützung für die Aufbauarbeiten zu. Aus diesem Kontakt ergaben sich bisher mehrere wichtige Hinweise für unsere weitere Arbeit.

Zum 10-jährigen Jubiläum der Wiederweihe besuchte der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Manfred Grund, im Juni die Kirche. Nach Übergabe unserer Zielplanung meldete sich später dessen persönlicher Referent telefonisch und sagte seine Unterstützung bei der Beschaffung von Fördergeldern zu. Über die Feier zur Wiederweihe und den Stand des Turmprojektes berichtete auch Radio MDR Kultur und führte damit eine Reportage aus den Vorjahren weiter.

Auf Initiative des Glockenturmvereins unterzeichneten die Stadt Ellrich und die Evangelische Kirchengemeinde Ellrich im Juli eine Absichtserklärung zur gemeinsamen Nutzung der St. Johanniskirche inklusive des Turms. Diese Erklärung war erforderlich, um weitere Fördermöglichkeiten erschließen zu können.

Zum Schützenfest 2018 hatte der Verein zum nun schon traditionellen Bücherbasar in die Kirche eingeladen, etwa 400 Bücher fanden neue Leser. Nachdem im Vorjahr ein Kabarett für viel Heiterkeit in der Kirche sorgte, wurde es in diesem Jahr besinnlich: In einer „Heimatandacht“ sprach Karl-Heinz Kindervater als Prädikant über die Gnade einer sicheren Heimat in bewegten Zeiten und berührte damit ein sehr aktuelles Thema. Umrahmt wurde diese Andacht durch einen ukrainischen Organisten, dessen meditative Musik Innehalten und Besinnung ermöglichte.

Die Evangelische Landeskirche Mitteldeutschlands beabsichtigt, die St. Johanniskirche als Begegnungs- oder Netzwerkkirche zu entwickeln. Um diese Chance zu unterstützen, hat der Verein zwei „Hörkreise“ unterstützt, zu denen der Regisseur und Künstler Jürg Montalta eingeladen hatte und die eine bewegende Resonanz erfuhren.

Nach Hinweisen aus der Thüringer Staatskanzlei haben wir im Oktober eine Überarbeitung der bestehenden Zielplanung vornehmen lassen, die die Konzeption des Turmes so auslegt, dass die Räumlichkeiten im Turm insbesondere für öffentlich-rechtliche und kulturelle Veranstaltungen genutzt werden können und die dazu notwendigen Voraussetzungen (z.B. Fluchtwege) erfüllen. Diese neue Zielplanung ist eine Voraussetzung, um weitere Fördermittel beantragen zu können.

Die seit 2013 anstehenden Bemühungen um eine Vereinigung der bestehenden Fördervereine haben nach Hinweisen aus der Staatskanzlei eine neue Dynamik bekommen. Obwohl beide Vereine bisher stets eng und partnerschaftlich an gemeinsamen Projekten gearbeitet haben, werden sie sich zu einem Kirchenbauverein zusammenschließen. Im September und Oktober fanden dazu Vorgespräche statt, in denen auch eine neue Satzung besprochen wurde, die ein starkes Engagement des entstehenden Kirchenbauvereins für beide evangelischen Kirchen (Marktkirche und Frauenbergskirche) Ellrichs vorsieht. Dabei ist insbesondere die revisionssichere Verwendung aller finanziellen Mittel (z.B. Spenden, Mitgliedsbeiträge, Fördermittel) sicherzustellen. Weitere intensive Gespräche sind daher notwendig, mit denen uns die Mitgliederversammlung beauftragt hat.

Wir möchten uns bei allen herzlich bedanken, die unsere Arbeit bisher so vielfältig gefördert haben und hoffen, dass wir auch weiterhin auf eine breite Unterstützung zum Aufbau und zum Erhalt der Ellricher Kirchen vertrauen dürfen. Geht es doch um viel – um unsere Heimat.

Bildrechte: SMITS+TANDLER, Erfurt

Protokoll der Mitgliederversammlung 2018


Tagungsort und -termin: Gaststätte „Schwarzer Adler“ in Ellrich, 15.11.2018, 19:00 – 21:30 Uhr

Teilnehmer: siehe Anwesenheitsliste

TOP 1: Begrüßung und Wahl des Versammlungsleiters

  • Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden der Fördervereins Martin Bischoff
  • Auf Vorschlag von Martin Bischoff wird Benjamin August per Handzeichen einstimmig zum Versammlungsleiter gewählt. Herr August nimmt die Wahl an.

TOP 2: Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit

  • Der Versammlungsleiter stellt die ordnungsgemäße Einladung aller Mitglieder fest. Die Mitgliederversammlung ist somit beschlussfähig.
  • Die Mitgliederversammlung beschließt einstimmig durch Handzeichen die Aufnahme folgender Punkte in die Tagesordnung:

Nach TOP 2 stellt Herr Tandler die überarbeitete Zielplanung vor.

Nach TOP 3 folgt ein Beschluss der Mitgliederversammlung zur Vereinigung mit dem Partnerverein „Förderkreis“.

TOP 2 a: Vortrag Herr Tandler zur Überarbeiteten Zielplanung

  • Herr Tandler vom Architekturbüro SMITS & TANDLER stellt die überarbeitete Zielplanung vor.
  • Nach Aussprache wird die überarbeitete Zielplanung per Handzeichen einstimmig bestätigt.

TOP 3: Rechenschaftsbericht des Vorstands, Diskussion und Entlastung des Vorstands

  •  Der Vorsitzende trägt den schriftlich vorliegenden Rechenschaftsbericht zur Vereinsarbeit vor.
  • Der Rechenschaftsbericht wird nach ausführlicher Aussprache per Handzeichen einstimmig genehmigt. Nach Aussprache wird der Vorstand per Handzeichen einstimmig entlastet.

TOP 3 a: Beschluss zur Vereinigung der Vereine

  • Beschlusstext:

Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand des Vereins mit der Aufnahme von Gesprächen mit dem „Förderkreis zum Wiederaufbau der St. Johanniskirche in Ellrich“ zur Vereinigung der Vereine.

Der Vorstand wird ermächtigt, zwei Beauftragte zur Absprache von Einzelheiten und zur Aushandlung eines Verschmelzungsvertrages zu benennen.

Der Vorstand wird mit der Ausarbeitung und Abstimmung einer Satzung für den neuen Verein beauftragt.

Der Vorstand wird beauftragt, nach Vorlage sämtlicher Unterlagen und Informationen eine Mitgliederversammlung einzuberufen, um die Mitglieder ausführlich zu informieren und Ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben. Im Ergebnis dieser Aussprache entscheidet die Mitgliederversammlung über den Vollzug der Vereinigung.

  • Die Beschlussvorlage wird nach ausführlicher Aussprache per Handzeichen einstimmig genehmigt.

TOP 4: Bericht des Kassenwarts, Bestätigung durch die Kassenprüfer

  • Der Kassenwart Werner Zinram berichtet über die finanzielle Situation des Vereins.
  • Die Kassenprüfer Hans-Joachim Reichhardt und Jürgen Köcher bestätigen die ordnungsgemäße Führung der Kasse. Bei der Prüfung wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.
  • Nach Aussprache werden der Kassenwart und der Vorstand per Handzeichen einstimmig entlastet.

TOP 5: Wahl der Kassenprüfer

  • Auf Vorschlag des Versammlungsleiters werden als Kassenprüfer per Handzeichen einstimmig gewählt:

Peter Drechsler, Ellrich

Hans-Joachim Reichhardt, Ellrich

  • Die gewählten Personen haben die Wahl angenommen.

TOP 6: Allgemeine Aussprache

  • Herr Pasenow (Bürgermeister der Stadt Ellrich) bestätigt die Arbeit des Vereins und sagt die Unterstützung der Stadt zu. Ein Vertrag zwischen der Stadt und dem GKR zur gemeinsamen Nutzung der Kirche wird abgestimmt und steht vor der Unterzeichnung.
  • Martin Bischoff schlägt die Markierung des Turmgeländes an der Kirche vor. Dazu sollte ein gemeinsamer Termin mit Stadtverwaltung und Pfarramt vereinbart werden.
  • In der allgemeinen Aussprache würdigen Benjamin August und Charlotte Lutze die bisherige Arbeit des Vorstands. Die Vereinsmitglieder bestätigen ausdrücklich die Arbeit und das Engagement des Vorstands.

Hörkreis - das tat gut....

Überraschend gut besucht war der "Hörkreis" am Donnerstag, 13.09.2018, in der St. Johanniskirche. Etwa 35 Teilnehmer fanden Platz im Altarraum, in zwei Kreisen waren die Stühle aufgestellt, damit auch wirklich alle den Erzählungen mühelos folgen konnten.

Jürg Montalta, der Modertator des Abends, stellte zunächst nochmals die Idee vor, die hinter dieser Veranstaltung steht: Jeder soll reden, alle hören zu, jedes Thema ist erlaubt, Widerrede oder Einspruch findet nicht statt.

Dann sprachen die Menschen über die Dinge, die sie bewegen oder bewegt haben. So etwa die Ärztin über ihre Kindheitserinnerungen an die Grenze und die damit verbundenen Traumata, eine junge Frau über ihre Suche nach Menschlichkeit und ehrlichen Kontakten, der Handwerksmeister über das Leben als selbständiger "Kapitalist" zu DDR-Zeiten. Die Themen reichten von sehr persönlichen Erfahrungen bis hin zur politischen Situation in Deutschland und der Welt.

Beeindruckend nach jeder Erzählung die Stille, die sich in der Kirche einstellte und den Raum füllte. Das Gehörte setzen lassen, verarbeiten und wieder aufnahmebereit werden für neue Erfahrungen.

Wir freuen uns auf den nächsten Hörkreis am 9. Oktober um 19 Uhr in der St. Johanniskirche und laden herzlich ein.

Zeitspuren - ein anderer Blick auf St. Johannis

Zu DDR-Zeiten wurde von staatlicher Seite der Abriss der St. Johanniskirche in Ellrich geplant. Über das Bemühen der Evangelischen Kirche, das historische Kirchengebäude in der Sperrzone zu erhalten, sprach der Architekt und Kirchenbauoberrat i.R. Michael Sußmann aus Magdeburg, der im Auftrag des damaligen Bischofs Dr.Demke mit der Abwehr dieses Ansinnens betraut war.

Die Hospitalkirche war voll, ca. 70 Zuhörer lauschten dem fundiert recherchierten und angenehm vorgetragenen Bericht über die Baugeschichte der Johanniskirche.

Ellricher Stadtrat unterstützt Glockenturmverein

In der Sitzung des Ellricher Stadtrates vom 19.02.2018 wurde der folgende Beschluss einstimmig verabschiedet (Beschluss-Nr. 238-14/19):

"Der Stadtrat der Stadt Ellrich beschließt den Förderverein "Wiederaufbau Glockenturm St.Johannis in Ellrich e.V." beim Wiederaufbau der Glockentürme zu unterstützen."

Diese Beschlussvorlage wurde mit dem Bauausschuss und dem Hauptausschuss der Stadt Ellrich abgestimmt.

Damit wurde die durch das Architekturbüro SMITS+TANDLER vorgelegte Zielplanung auch durch den Stadtrat Ellrich bestätigt, die Zustimmung des Gemeindekirchenrates erfolgte bereits im April 2018.

 

Bestandsaufmaß fertiggestellt

Durch das Büro für Photogrammetrie/Vermessung A. Kühn aus Jena wurde die bestehende Bausubstanz der Kirche einschließlich der näheren Umgebung photometrisch vermessen.

Damit liegen nun exakte Daten für folgende Ebenen vor:

- Lage- und Höhenplan
- Grundriss Erdgeschoss
- Teilgrundriss Dachgeschoss
- Dachdraufsicht
- Längsschnitt
- Querschnitt 1
- Querschnitt 2
- Orthofoto

Die Daten werden für die anstehende Feinplanung der Glockentürme benötigt.

Entwurf des Glockenturms als Postkarte erhältlich

Der Entwurf des Glockenturmes ist als Postkarte in Ellrich erhältlich, z.B. in der Apotheke, im Cafe Nikolai, bei Uhrmacher Bischoff, Optiker Gebler, Drogerie Köhler, Bäcker König, Gardinen Merx oder im "Schwarzen Adler".

Auch in der geöffneten St. Johanniskirche liegen Postkarten zum Mitnehmen aus. 

Die Postkarten sind kostenlos, um eine Spende in die bereitstehenden Sparschweine wird herzlich gebeten.

In der St. Johanniskirche liegt auch die Zielplanung für den Wiederaufbau der Türme aus und kann dort eingesehen werden.


Offene Kirche - St. Johannis in Ellrich geöffnet

Offene Kirche - auch St. Johannis in Ellrich macht mit! Die Ellricher Hauptkirche ist von April bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Bei Gottesdiensten und Veranstaltungen kann die Kirche für deren Dauer geschlossen werden.

Neben religiösen Angeboten stellt der Glockenturmverein Materialien zum Wiederaufbau der Türme vor.

 

Die Zielplanung ist fertig!

Am 02. März 2017 hat Herr Tandler vom Architekturbüro SMITS + TANDLER die Zielplanung für den Aufbau der Glockentürme den Vertretern der Gemeinde und der beiden Fördervereine vorgestellt. Diese Planung umfasst sowohl den Wiederaufbau der Glockentürme als auch den Ausbau des Kirchenraumes zur erweiterten, nachhaltigen kirchlichen und öffentlich-kulturellen Nutzung.

Das weitere Vorgehen wird in einer gemeinsamen Besprechung am 30.03.2017 im Pfarrhaus abgestimmt.

 

 

 

 

 

Kirchturm-Varianten

Masterstudenten der Bauhaus-Universität Weimar haben eigene Entwürfe für die Türme unserer Haupkirche St. Johannis entwickelt. Vom 13.12.2016 bis 6.01.2017 wurden diese studentischen Entwürfe im Hauptgebäude der Universität präsentiert.

Diese Konzepte sind ausdrücklich keine Alternativen zum geplanten Wiederaufbau der historischen Türme. Sie sollen aber die Diskussion um Kirchenbauten in der heutigen Zeit bereichern.

Der Glockenturmverein zeigt diese Arbeiten in einer Ausstellung im "Café Nikolai" in Ellrich ab 1. März 2017. Dabei wird jeder Entwurf für ca. 2 Wochen zu betrachten sein.

Wir bedanken uns herzlich bei Antje und Jürgen Weyand für ihre Unterstützung.

 

Endlich: Das Gerüst und der Bauzaun sind weg!

Dieses Datum sollten wir uns merken: Am 30.06.2016 konnte die Sanierung des Westgiebels zunächst abgeschlossen werden. Das Gerüst und die Bauzäune wurden abgebaut, die Kirche kann wieder durch den Haupteingang betreten werden. Damit haben wir ein erstes wichtiges Ziel erreicht, über das wir uns freuen und das uns Ansporn ist für die weitere Arbeit.

Jetzt, wo der Westgiebel geschützt und das Mauerwerk verfestigt ist, bietet die Kirche wieder ein Bild der Ruhe und Beschaulichkeit. Aber noch liegt viel Arbeit vor uns, erst mit dem Neubau der Türme werden wir unser Ziel erreicht haben.

 

 

EU unterstützt den Wiederaufbau der Glockentürme

Durch das "Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha" wurde dem Glockenturmverein der Zuwendungsbescheid nach der "Richtlinie zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung und der Revitalisierung von Brachflächen" für das Projekt "Erstellung Planungs- und Nutzungskonzept für den Wiederaufbau Glockenturm" zugestellt.

Gegenstand dieses Projektes ist die Erarbeitung prüffähiger Planungsunterlagen, Maßnahmen- und Kostenpläne nach den Bauabschnitten Glockenturm und Innenraum als Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln und für die Beratungen zu den Projektinhalten mit den zuständigen kirchlichen, denkmalfachlichen, baufachlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen sowie den entsprechenden Fachplanern.

Die Förderung erfolgt als Anteilsfinanzierung einer Projektförderung auf der Grundlage der beigefügten Kostenkalkulation. Das Vorhaben ist im Bewilligungszeitraum vom 10.06.2016 bis 01.10.2016 durchzuführen.

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

 

Die Arbeiten am Mauerwerk haben begonnen

Nachdem im letzten Jahr ein Schutzdach über dem Westgiebel der St. Johanniskirche errichtet wurde, um das mittelalterliche Mauerwerk vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurde jetzt mit dem zweiten Bauabschnitt zur Sicherung der Turmreste begonnen.

Das Aufbringen eines Zementmörtels mit einer großen Härte in den 1990er Jahren sollte einer Verschlechterung des Mauerwerkgefüges entgegenwirken. Durch diese große Härte bildete sich eine schalenartige Struktur des Mörtels, es konnte  allerdings kein Verbund mit dem bestehenden Natursteinmauerwerk entstehen.

Damit konnte die Feuchtigkeit über die Fugen zwar eindringen, aber sehr schlecht wieder entweichen, was die Übersättigung des Altmauerwerkes mit Wasser erklärt. Durch die sehr weichen Fugen können die Steine im Mauerwerkverbund nicht mehr halten, so dass sich Steine herauslösen und zu einer Unfallgefahr werden.

Daher war die dringlichste Aufgabe, das vorhandene Mauerwerk durch Beseitigung der harten Zementschale zu trocken und vor weiteren Witterungseinflüssen zu schützen. Alle später aufgebrachten Putze und Verfugungen müssen entfernt werden, die oberflächlichen Zementverstriche sind abzuklopfen und die Fugen zu öffnen. Der gesamte Mauerbereich muss allseitig frei von Luft umspült werden können.

Und genau diese Arbeiten werden jetzt unter den Planen ausgeführt, die zum Schutz der Umwelt vor Staubbelastungen dienen. Alle gelockerten Steine werden entfernt und zwischengelagert für eine spätere Wiederverwendung beim Aufbau der Glockentürme.

Nach der vollständigen Austrocknung der Mauerreste können diese dann nach einer nochmaligen Untersuchung in die statische Konzeption der Glockentürme eingebunden werden.

Für diesen zweiten Bauabschnitt werden Kosten von 35.000,00 € veranschlagt. Daran beteiligen sich die Evangelische Kirchengemeinde Ellrich, das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, der Evangelische Kirchenkreis Südharz und der Glockenturmverein Ellrich.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die dies durch ihre Zuwendung und aktive Unterstützung ermöglicht haben.

 

Die Turmreste sind überdacht!

Am 16.12.2014 wurden die Arbeiten zum Aufbau des Pultdaches beendet, die mittelalterlichen Turmreste sind nunmehr weitgehend geschützt gegen Witterungseinflüsse.

Die Gerüste wurden abgebaut, die Baustelle ist beräumt und die Sanierung des Natursteinmauerwerkes steht im Jahre 2015 an. Auch dafür werden wieder finanzielle Mittel benötigt, an denen sich der Glockenturmverein beteiligen wird.

 

 

 

 

 

Die Glocken der St. Johanniskirche

Etwas verlassen und leicht angerostet stehen sie heutzutage rechts und links des Altarraumes im weiten Kirchenschiff: Die Glocken der St.Johanniskirche. Liebevoll geschmückt zwar durch die Kirchengemeinde zu festlichen Anlässen, bestaunt und begutachtet von Besuchern der Kirche, aber doch stumm und fernab ihrer Bestimmung.

Und was muss das doch für ein Festumzug in Ellrich gewesen sein, als am 3. Januar 1908 die vom Bochumer Gussstahlverein gegossenen und gelieferten Glocken am Bahnhof ankamen und auf vier Tafelwagen durch die Straßen der Stadt zur Kirche geleitet wurden. Stolz waren die Ellricher, dass der Wiederaufbau der Kirche nach dem verheerenden Brand von 1907 schon so bald wieder abgeschlossen war. Zwar war der Moll-Akkord h-d1-f1-gis1 ein ungewohnter Klang, war man doch an den schönen Dur-Akkord c1-e1-g1 gewöhnt. Aber, wie der damalige Oberpfarrer Reinicke zu berichten wusste, kam selbst aus den umliegenden Dörfern viel Zustimmung für dieses festliche Geläut im „Plenum“, wenn also alle vier Glocken gleichzeitig ertönten.

Die erste und größte Glocke (Nennton h) wiegt ohne Klöppel etwa 46 Zentner und trägt die Inschrift: „EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE, FRIEDE AUF ERDEN UND DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN“. Die Glocke mit dem Nennton d1 (27 Zentner) trägt die Inschrift nach dem bekannten Kirchenlied von Martin Luther: „EIN FESTE BURG IST UNSER GOTT“. Zwanzig Zentner wiegt die Glocke mit dem Nennton f1, sie trägt die Inschrift: „FRIEDE SEI MIT EUCH!“. Die kleinste Glocke (Nennton gis1) wiegt immerhin noch 14 Zentner und verkündet die Einladung: „KOMMT, DENN ES IST ALLES BEREIT“.

Das Festgeläut der St.Johanniskirche wurde 1955 vom damaligen staatlichen Rundfunk der DDR aufgezeichnet, zu besonderen Anlässen ist diese Aufnahme in der Kirche zu hören. Letztmalig erklangen die Glocken im Dezember 1957, bevor sie 1962 ausgebaut wurden. 1964/1965 wurden die Glockentürme bis auf wenige Reste abgerissen, die nun selbst auch noch vor dem Verfall stehen.

Der Glockenturmverein hat mit dem Glockenbeauftragten des Landeskirchenamtes über Maßnahmen zur Bewahrung der Glocken gesprochen. Danach ist davon auszugehen, dass diese Glocken eine hohe Standfestigkeit besitzen, so dass die berechtigte Hoffnung besteht, dieses festliche Geläut wieder in Ellrich zu hören. Auch der Klang der Glocken der Ellricher Hauptkirche ist ein Stück Heimat, das es zu bewahren gilt. Dafür bittet der Glockenturmverein um breite Unterstützung.

(Ellricher Zeitung, Februar 2014)