Herzlich Willkommen,

hier finden Sie Informationen zum Wiederaufbau der Glockentürme in Ellrich
durch den Förderverein „Wiederaufbau Glockenturm St. Johannis in Ellrich“ e. V..

Sie möchten mithelfen?

Bitte schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an, falls Sie Mitglied im Verein werden möchten. Wir freuen uns über jede Unterstützung!

E.Mail:     info(at)johanniskirche-ellrich.de

 

Hörkreis - das tat gut....

Überraschend gut besucht war der "Hörkreis" am Donnerstag, 13.09.2018, in der St. Johanniskirche. Etwa 35 Teilnehmer fanden Platz im Altarraum, in zwei Kreisen waren die Stühle aufgestellt, damit auch wirklich alle den Erzählungen mühelos folgen konnten.

Jürg Montalta, der Modertator des Abends, stellte zunächst nochmals die Idee vor, die hinter dieser Veranstaltung steht: Jeder soll reden, alle hören zu, jedes Thema ist erlaubt, Widerrede oder Einspruch findet nicht statt.

Dann sprachen die Menschen über die Dinge, die sie bewegen oder bewegt haben. So etwa die Ärztin über ihre Kindheitserinnerungen an die Grenze und die damit verbundenen Traumata, eine junge Frau über ihre Suche nach Menschlichkeit und ehrlichen Kontakten, der Handwerksmeister über das Leben als selbständiger "Kapitalist" zu DDR-Zeiten. Die Themen reichten von sehr persönlichen Erfahrungen bis hin zur politischen Situation in Deutschland und der Welt.

Beeindruckend nach jeder Erzählung die Stille, die sich in der Kirche einstellte und den Raum füllte. Das Gehörte setzen lassen, verarbeiten und wieder aufnahmebereit werden für neue Erfahrungen.

Wir freuen uns auf den nächsten Hörkreis am 9. Oktober um 19 Uhr in der St. Johanniskirche und laden herzlich ein.

IBA-Kunstprojekt in St. Johannis

Der Schweizer Künstler Jürg Montalta hat Erfahrungen mit "Hörkreisen" im ehemaligen Berbaugebiet der Lausitz gesammelt und wird die Hörkreise in Ellrich moderieren. Worum geht es? :

Die Frage – bin i c h der Regisseur meines Lebens? - begleitet uns das ganze Leben.

Wir sind aufgewachsen mit Dramen, Tragödien und Komödien, die uns unsere Mütter und Väter aus ihren eigenen  Lebenserfahrungen mitgegeben haben. Zahllose Konflikte wirken aus vergangenen Zeiten nach, bestimmen bewusst oder unbewusst unser Leben.

Hinzu kommen die eigenen Erfahrungen mit Liebe und Abneigung, mit Zwang und Fremdbestimmung, mit Wünschen, Sehnsüchten und Illusionen. Und dazu die Konfrontation mit dem realen Leben, die täglichen Herausforderungen, die geschürten Ängste und die gauklerischen Vorspiegelungen bunter Traumwelten.

Gerade die Lebenserfahrungen in unserer engeren Heimat, das Nachwirken der NS-Zeit mit Konzentrationslager und Rüstungsproduktion, die Hoffnungslosigkeit des verlorenen Krieges, die Repressalien im Grenzgebiet zu DDR-Zeiten haben tiefe Spuren in den Seelen hinterlassen.

Die Grenze zwischen Eigen- und Fremdregie ist verschwommen, konnte und kann dazu führen, dass sich Menschen gegen ihren Willen in Tragödien verstricken. Manchmal merken wir erst spät, dass andere unser Leben inszeniert haben, dass wir ein fremdbestimmtes Leben geführt haben.

Wenn wir im Hörkreis über unsere Erfahrungen berichten, unsere Ängste benennen, die uns schwer auf der Seele liegen, fühlen wir uns erleichtert. Mit tragischen, komischen und wunderbaren Erzählungen bringen wir vergangene Inszenierungen wieder Szene für Szene ans Licht, erkennen vielleicht sogar den Regisseur dahinter. Sichtbare Vergangenheit ist lebenswichtig, je mehr wir davon wissen, desto selbstbestimmter können wir unser Leben inszenieren.

Im Hörkreis kann jeder Mensch eine Geschichte erzählen, die er selbst erlebt hat oder vom Hörensagen kennt. Jeder darf sprechen so lange er möchte, die Anderen hören mit Leib und Seele zu. Alle akzeptieren die Geschichte so, wie sie erzählt wird und lassen jegliche Kommentare, gegenteilige Meinungen oder Wertungen beiseite Die Geschichte lebt ohne Diskussion in uns weiter.

Der Leiter des Hörkreises achtet auf diese Vereinbarungen, mit denen jeder Teilnehmer einverstanden ist.

Zum ersten Hörkreis in der St.Johanniskirche Ellrich am Donnerstag,13.09.2018, 19 Uhr, laden wir herzlich ein. Jeder ist willkommen.

Bücherbasar und Heimatandacht zum Schützenfest 2018

Zum nun schon traditionellen Bücherbasar in der St. Johanniskirche hatte der Glockenturmverein auch in diesem Jahr zum Ellricher Schützenfest eingeladen. Durch großzügige Spenden, für die wir uns herzlich bedanken, hatte sich der Bestand an Büchern stark erweitert, so dass die Leseratten und Schnäppchenjäger aus einem breiten Literatur-Angebot wählen konnten. Und das wurde gerne angenommen! Etwa 400 Bücher fanden neue Leser, der Ertrag hilft beim Wiederaufbau der Türme.

Nachdem im letzten Jahr das Erfurter Kabarett „Die Arche“ für viel Heiterkeit in der Kirche sorgte, wurde es am diesjährigen Schützenfest-Sonntag besinnlich. Die Evangelische Gemeinde und der Glockenturmverein hatten zu einer „Heimatandacht“ in die Kirche geladen, zu der sich zahlreiche Ellricher und Gäste einfanden.

Karl-Heinz Kindervater, Prädikant und gebürtiger Ellricher, stellte das Thema „Heimat“ in den Mittelpunkt seines Gottesdienstes, auch weil dieser Begriff eng mit dem „Schützen“fest verbunden ist. In seiner Ansprache wurde daher auch nicht Heimat als die herkömmliche Idylle betrachtet, sondern es wurde aufgezeigt, welche Gnade es bedeutet, eine Heimat zu haben und in dieser leben zu dürfen.

Passend dazu war auch die Lesung mit dem Psalm 23 („Der Herr ist mein Hirte...“), einem der bekanntesten Bibeltexte. Nach theologischer Auffassung das Lob- und Danklied eines Flüchtlings im Tempelasyl und damit mit hochaktuellem Bezug.

Begleitet wurde die Andacht durch den ukrainischen Organisten Alexander Voynow, einem Virtuosen auf dem Bayan (Akkordeon). Mit seiner meditativen Musik entstand in der Kirche eine ganz besondere Atmosphäre, die Innehalten und Besinnung ermöglichte.

Nach Abschluss des Gottesdienstes erklang die Toccata und Fuge in d-Moll von Johann Sebastian Bach, einem Musikstück, das für Ernsthaftigkeit und sakrale Würde steht. Die sensible Interpretation und die überraschende Klangfülle des Instruments beindruckten die Zuhörer zutiefst, die sich mit anhaltendem Applaus bedankten.

Heimat ist ein Mosaik, das sich aus vielen Steinchen zusammensetzt. Einer dieser Steine, ohne den das Bild nicht komplett wird, ist unsere Hauptkirche St. Johannis mit den Türmen. Wir bedanken uns herzlich bei allen Helfern, die Heimatandacht und Bücherbasar ermöglicht haben, und bei den Spendern, die das Turmprojekt so großzügig gefördert haben.

 

 

Ministerpräsident Ramelow besucht St. Johannis

Natürlich war es ein wichtiger und auch denkwürdiger Termin für die Ellricher St.Johanniskirche, aber es war auch ein Termin, den wir lange erwartet hatten. Seit Februar 2018 hatte der Glockenturmverein Kontakt zur Thüringer Staatskanzlei, um diesen Termin vorzubereiten. Geholfen dabei hat auch Karl-Heinz Kindervater, jetzt ein Erfurter mit Ellricher Wurzeln.

Natürlich haben wir uns dann sehr gefreut, dass der Ministerpräsident diesen Termin mit einem anderen im Südharz verbinden konnte, so dass wir ihm in ca. einer Stunde das Projekt zum Wiederaufbau der Glockentürme und zum Ausbau des Kirchenraumes vorstellen konnten.

Herr Ramelow hatte sich auf diesen Termin sehr gut vorbereitet, zeigt detaillierte Kenntnisse des Projektes und ließ sich die Einzelheiten des Wiederaufbaus vom Architekten Peter Tandler erläutern.

Leider war die Zeit zu kurz, um noch gemeinsam eine Tassse Kaffee im Pfarrhaus zu trinken. Zum Abschluss seines Kirchenrundgangs verbreitete der Ministerpräsident Optimismus für die Unterstützung des Wiederaufbaus.

Der Glockenturmverein bedankt sich bei allen Unterstützern, insbesondere bei der Evangelischen Kirchgemeinde Ellrich, die bei der Vorbereitung und Durchführung des Besuches geholfen haben. Es ist unser gemeinsames Anliegen, die St.Johanniskirche wieder vollständig aufzubauen.

 

Zeitspuren - ein anderer Blick auf St. Johannis

Zu DDR-Zeiten wurde von staatlicher Seite der Abriss der St. Johanniskirche in Ellrich geplant. Über das Bemühen der Evangelischen Kirche, das historische Kirchengebäude in der Sperrzone zu erhalten, sprach der Architekt und Kirchenbauoberrat i.R. Michael Sußmann aus Magdeburg, der im Auftrag des damaligen Bischofs Dr.Demke mit der Abwehr dieses Ansinnens betraut war.

Die Hospitalkirche war voll, ca. 70 Zuhörer lauschten dem fundiert recherchierten und angenehm vorgetragenen Bericht über die Baugeschichte der Johanniskirche.

Ellricher Stadtrat unterstützt Glockenturmverein

In der Sitzung des Ellricher Stadtrates vom 19.02.2018 wurde der folgende Beschluss einstimmig verabschiedet (Beschluss-Nr. 238-14/19):

"Der Stadtrat der Stadt Ellrich beschließt den Förderverein "Wiederaufbau Glockenturm St.Johannis in Ellrich e.V." beim Wiederaufbau der Glockentürme zu unterstützen."

Diese Beschlussvorlage wurde mit dem Bauausschuss und dem Hauptausschuss der Stadt Ellrich abgestimmt.

Damit wurde die durch das Architekturbüro SMITS+TANDLER vorgelegte Zielplanung auch durch den Stadtrat Ellrich bestätigt, die Zustimmung des Gemeindekirchenrates erfolgte bereits im April 2018.

 

IBA-Querdenker in Ellrich

Am 5.12.2017 fand im Pfarrhaus Ellrich eine Besprechung zur erweiterten Nutzung der St. Johanniskirche im Rahmen der Internationalen BauAusstellung (IBA) statt. Teilnehmer der Besprechung waren Frau Rothe (IBA Thüringen), Frau Jüngling (Pfarrerin Ellrich), Herr Schwarze (Superintendent Südharz), Frau Stolze (Baureferentin Südharz), Frau Bergt (Baureferentin EKMD), Frau Schröder (Förderkreis St.Johannis), Frau Dr. Pientka (GKR Ellrich), Herr Gebler (Förderkreis St. Johannis), Frau Neubauer (onoff), Herr Busch (onoff), Herr Bischoff (Turmbauverein).

In der Diskussion wurde insbesondere die Bedeutung der Kirche als "Grenzkirche" zu DDR-Zeiten und im Rahmen der deutschen Wiedervereinugung betont. Die Symbolkraft der Türme mit ihrer Ausstrahlung in der Region wurde besonders hervorgehoben.

Auf Anfrage teilen wir gerne die Kontaktdaten der Teilnehmer mit.

Protokoll der Mitgliederversammlung vom 16.11.2017

Tagungsort und -termin: Gaststätte „Schwarzer Adler“ in Ellrich, 16.11.2017, 19:00 – 21:00 Uhr
Teilnehmer: siehe Anwesenheitsliste

TOP 1: Begrüßung und Wahl des Versammlungsleiters

  • Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden der Fördervereins Martin Bischoff
  • Auf Vorschlag von Martin Bischoff wird Benjamin August per Handzeichen einstimmig zum Versammlungsleiter gewählt. Herr August nimmt die Wahl an.

TOP 2: Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit

  • Der Versammlungsleiter stellt die ordnungsgemäße Einladung aller Mitglieder fest. Die Mitgliederversammlung ist somit beschlussfähig.

TOP 3: Rechenschaftsbericht des Vorstands, Diskussion und Entlastung des Vorstands

  • Der Vorsitzende trägt den schriftlich vorliegenden Rechenschaftsbericht zur Vereinsarbeit vor.
  • Der Rechenschaftsbericht wird nach ausführlicher Aussprache per Handzeichen einstimmig genehmigt. Nach Aussprache wird der Vorstand per Handzeichen einstimmig entlastet.

TOP 4: Bericht des Kassenwarts, Bestätigung durch die Kassenprüfer

  • Der Kassenwart Werner Zinram berichtet über die finanzielle Situation des Vereins.
  • Die Kassenprüfer Charlotte Lutze und Jürgen Köcher bestätigen die ordnungsgemäße Führung der Kasse. Bei der Prüfung wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt.
  • Nach Aussprache werden der Kassenwart und der Vorstand per Handzeichen einstimmig entlastet.

TOP 5: Wahl der Kassenprüfer

Auf Vorschlag des Versammlungsleiters werden als Kassenprüfer per Handzeichen einstimmig gewählt:

  • Jürgen Köcher, Ellrich
  • Hans-Joachim Reichhardt, Ellrich

Die gewählten Personen haben die Wahl angenommen.

TOP 6: Allgemeine Aussprache

  • Herr Kuss (Stadt Ellrich) überbringt die Grüße des Bürgermeisters an den Verein und würdigt die gute Arbeit. Er bestätigt die Vorstellung des aktuellen „Planungs- und Nutzungskonzepts“ in den Ausschüssen der Stadt Ellrich. Über mögliche Fördermöglichkeiten wird der Verein durch die Stadtverwaltung Ellrich informiert.
  • Laut Klaus Kranert hat Wolfgang Friese auf mögliche Gefahren durch Fugenbildung am Turm hingewiesen.
  • Ingo Becker-Kavan schlägt eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge vor, der Vorstand wird dazu beraten.
  • Martin Bischoff schlägt die Markierung des Turmgeländes an der Kirche vor. Dazu sollte ein gemeinsamer Termin mit Stadtverwaltung und Pfarramt vereinbart werden.
  • In der allgemeinen Aussprache würdigt Rainer Levie die bisherige Arbeit der Gründungsmitglieder und des Vorstands. Die Vereinsmitglieder bestätigen ausdrücklich die Arbeit und das Engagement des Vorstands.

Bestandsaufmaß fertiggestellt

Durch das Büro für Photogrammetrie/Vermessung A. Kühn aus Jena wurde die bestehende Bausubstanz der Kirche einschließlich der näheren Umgebung photometrisch vermessen.

Damit liegen nun exakte Daten für folgende Ebenen vor:

- Lage- und Höhenplan
- Grundriss Erdgeschoss
- Teilgrundriss Dachgeschoss
- Dachdraufsicht
- Längsschnitt
- Querschnitt 1
- Querschnitt 2
- Orthofoto

Die Daten werden für die anstehende Feinplanung der Glockentürme benötigt.

Entwurf des Glockenturms als Postkarte erhältlich

Der Entwurf des Glockenturmes ist als Postkarte in Ellrich erhältlich, z.B. in der Apotheke, im Cafe Nikolai, bei Uhrmacher Bischoff, Optiker Gebler, Drogerie Köhler, Bäcker König, Gardinen Merx oder im "Schwarzen Adler".

Auch in der geöffneten St. Johanniskirche liegen Postkarten zum Mitnehmen aus. 

Die Postkarten sind kostenlos, um eine Spende in die bereitstehenden Sparschweine wird herzlich gebeten.

In der St. Johanniskirche liegt auch die Zielplanung für den Wiederaufbau der Türme aus und kann dort eingesehen werden.


Offene Kirche - St. Johannis in Ellrich geöffnet

Offene Kirche - auch St. Johannis in Ellrich macht mit! Die Ellricher Hauptkirche ist von April bis Oktober täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Bei Gottesdiensten und Veranstaltungen kann die Kirche für deren Dauer geschlossen werden.

Neben religiösen Angeboten stellt der Glockenturmverein Materialien zum Wiederaufbau der Türme vor.

 

Die Zielplanung ist fertig!

Am 02. März 2017 hat Herr Tandler vom Architekturbüro SMITS + TANDLER die Zielplanung für den Aufbau der Glockentürme den Vertretern der Gemeinde und der beiden Fördervereine vorgestellt. Diese Planung umfasst sowohl den Wiederaufbau der Glockentürme als auch den Ausbau des Kirchenraumes zur erweiterten, nachhaltigen kirchlichen und öffentlich-kulturellen Nutzung.

Das weitere Vorgehen wird in einer gemeinsamen Besprechung am 30.03.2017 im Pfarrhaus abgestimmt.

 

 

 

 

 

Kirchturm-Varianten

Masterstudenten der Bauhaus-Universität Weimar haben eigene Entwürfe für die Türme unserer Haupkirche St. Johannis entwickelt. Vom 13.12.2016 bis 6.01.2017 wurden diese studentischen Entwürfe im Hauptgebäude der Universität präsentiert.

Diese Konzepte sind ausdrücklich keine Alternativen zum geplanten Wiederaufbau der historischen Türme. Sie sollen aber die Diskussion um Kirchenbauten in der heutigen Zeit bereichern.

Der Glockenturmverein zeigt diese Arbeiten in einer Ausstellung im "Café Nikolai" in Ellrich ab 1. März 2017. Dabei wird jeder Entwurf für ca. 2 Wochen zu betrachten sein.

Wir bedanken uns herzlich bei Antje und Jürgen Weyand für ihre Unterstützung.

 

Endlich: Das Gerüst und der Bauzaun sind weg!

Dieses Datum sollten wir uns merken: Am 30.06.2016 konnte die Sanierung des Westgiebels zunächst abgeschlossen werden. Das Gerüst und die Bauzäune wurden abgebaut, die Kirche kann wieder durch den Haupteingang betreten werden. Damit haben wir ein erstes wichtiges Ziel erreicht, über das wir uns freuen und das uns Ansporn ist für die weitere Arbeit.

Jetzt, wo der Westgiebel geschützt und das Mauerwerk verfestigt ist, bietet die Kirche wieder ein Bild der Ruhe und Beschaulichkeit. Aber noch liegt viel Arbeit vor uns, erst mit dem Neubau der Türme werden wir unser Ziel erreicht haben.

 

 

EU unterstützt den Wiederaufbau der Glockentürme

Durch das "Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha" wurde dem Glockenturmverein der Zuwendungsbescheid nach der "Richtlinie zur Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung und der Revitalisierung von Brachflächen" für das Projekt "Erstellung Planungs- und Nutzungskonzept für den Wiederaufbau Glockenturm" zugestellt.

Gegenstand dieses Projektes ist die Erarbeitung prüffähiger Planungsunterlagen, Maßnahmen- und Kostenpläne nach den Bauabschnitten Glockenturm und Innenraum als Grundlage für die Beantragung von Fördermitteln und für die Beratungen zu den Projektinhalten mit den zuständigen kirchlichen, denkmalfachlichen, baufachlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen sowie den entsprechenden Fachplanern.

Die Förderung erfolgt als Anteilsfinanzierung einer Projektförderung auf der Grundlage der beigefügten Kostenkalkulation. Das Vorhaben ist im Bewilligungszeitraum vom 10.06.2016 bis 01.10.2016 durchzuführen.

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete.

 

Die Arbeiten am Mauerwerk haben begonnen

Nachdem im letzten Jahr ein Schutzdach über dem Westgiebel der St. Johanniskirche errichtet wurde, um das mittelalterliche Mauerwerk vor Witterungseinflüssen zu schützen, wurde jetzt mit dem zweiten Bauabschnitt zur Sicherung der Turmreste begonnen.

Das Aufbringen eines Zementmörtels mit einer großen Härte in den 1990er Jahren sollte einer Verschlechterung des Mauerwerkgefüges entgegenwirken. Durch diese große Härte bildete sich eine schalenartige Struktur des Mörtels, es konnte  allerdings kein Verbund mit dem bestehenden Natursteinmauerwerk entstehen.

Damit konnte die Feuchtigkeit über die Fugen zwar eindringen, aber sehr schlecht wieder entweichen, was die Übersättigung des Altmauerwerkes mit Wasser erklärt. Durch die sehr weichen Fugen können die Steine im Mauerwerkverbund nicht mehr halten, so dass sich Steine herauslösen und zu einer Unfallgefahr werden.

Daher war die dringlichste Aufgabe, das vorhandene Mauerwerk durch Beseitigung der harten Zementschale zu trocken und vor weiteren Witterungseinflüssen zu schützen. Alle später aufgebrachten Putze und Verfugungen müssen entfernt werden, die oberflächlichen Zementverstriche sind abzuklopfen und die Fugen zu öffnen. Der gesamte Mauerbereich muss allseitig frei von Luft umspült werden können.

Und genau diese Arbeiten werden jetzt unter den Planen ausgeführt, die zum Schutz der Umwelt vor Staubbelastungen dienen. Alle gelockerten Steine werden entfernt und zwischengelagert für eine spätere Wiederverwendung beim Aufbau der Glockentürme.

Nach der vollständigen Austrocknung der Mauerreste können diese dann nach einer nochmaligen Untersuchung in die statische Konzeption der Glockentürme eingebunden werden.

Für diesen zweiten Bauabschnitt werden Kosten von 35.000,00 € veranschlagt. Daran beteiligen sich die Evangelische Kirchengemeinde Ellrich, das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, der Evangelische Kirchenkreis Südharz und der Glockenturmverein Ellrich.

Wir bedanken uns herzlich bei allen, die dies durch ihre Zuwendung und aktive Unterstützung ermöglicht haben.

 

Die Turmreste sind überdacht!

Am 16.12.2014 wurden die Arbeiten zum Aufbau des Pultdaches beendet, die mittelalterlichen Turmreste sind nunmehr weitgehend geschützt gegen Witterungseinflüsse.

Die Gerüste wurden abgebaut, die Baustelle ist beräumt und die Sanierung des Natursteinmauerwerkes steht im Jahre 2015 an. Auch dafür werden wieder finanzielle Mittel benötigt, an denen sich der Glockenturmverein beteiligen wird.

 

 

 

 

 

Die Glocken der St. Johanniskirche

Etwas verlassen und leicht angerostet stehen sie heutzutage rechts und links des Altarraumes im weiten Kirchenschiff: Die Glocken der St.Johanniskirche. Liebevoll geschmückt zwar durch die Kirchengemeinde zu festlichen Anlässen, bestaunt und begutachtet von Besuchern der Kirche, aber doch stumm und fernab ihrer Bestimmung.

Und was muss das doch für ein Festumzug in Ellrich gewesen sein, als am 3. Januar 1908 die vom Bochumer Gussstahlverein gegossenen und gelieferten Glocken am Bahnhof ankamen und auf vier Tafelwagen durch die Straßen der Stadt zur Kirche geleitet wurden. Stolz waren die Ellricher, dass der Wiederaufbau der Kirche nach dem verheerenden Brand von 1907 schon so bald wieder abgeschlossen war. Zwar war der Moll-Akkord h-d1-f1-gis1 ein ungewohnter Klang, war man doch an den schönen Dur-Akkord c1-e1-g1 gewöhnt. Aber, wie der damalige Oberpfarrer Reinicke zu berichten wusste, kam selbst aus den umliegenden Dörfern viel Zustimmung für dieses festliche Geläut im „Plenum“, wenn also alle vier Glocken gleichzeitig ertönten.

Die erste und größte Glocke (Nennton h) wiegt ohne Klöppel etwa 46 Zentner und trägt die Inschrift: „EHRE SEI GOTT IN DER HÖHE, FRIEDE AUF ERDEN UND DEN MENSCHEN EIN WOHLGEFALLEN“. Die Glocke mit dem Nennton d1 (27 Zentner) trägt die Inschrift nach dem bekannten Kirchenlied von Martin Luther: „EIN FESTE BURG IST UNSER GOTT“. Zwanzig Zentner wiegt die Glocke mit dem Nennton f1, sie trägt die Inschrift: „FRIEDE SEI MIT EUCH!“. Die kleinste Glocke (Nennton gis1) wiegt immerhin noch 14 Zentner und verkündet die Einladung: „KOMMT, DENN ES IST ALLES BEREIT“.

Das Festgeläut der St.Johanniskirche wurde 1955 vom damaligen staatlichen Rundfunk der DDR aufgezeichnet, zu besonderen Anlässen ist diese Aufnahme in der Kirche zu hören. Letztmalig erklangen die Glocken im Dezember 1957, bevor sie 1962 ausgebaut wurden. 1964/1965 wurden die Glockentürme bis auf wenige Reste abgerissen, die nun selbst auch noch vor dem Verfall stehen.

Der Glockenturmverein hat mit dem Glockenbeauftragten des Landeskirchenamtes über Maßnahmen zur Bewahrung der Glocken gesprochen. Danach ist davon auszugehen, dass diese Glocken eine hohe Standfestigkeit besitzen, so dass die berechtigte Hoffnung besteht, dieses festliche Geläut wieder in Ellrich zu hören. Auch der Klang der Glocken der Ellricher Hauptkirche ist ein Stück Heimat, das es zu bewahren gilt. Dafür bittet der Glockenturmverein um breite Unterstützung.

(Ellricher Zeitung, Februar 2014)